Kommentar

Eine Chance

Peter W. Ragge zum Neubau am Toulonplatz

Nicht nur Sparer leiden unter der Niedrigzinsphase – auch Stiftungen. Weil einige Geldanlagen der sie tragenden Stiftungen deutlich weniger Erträge abwerfen, müssen sich seit einiger Zeit auch die Reiss-Engelhorn-Museen einschränken. Es gibt weniger Veranstaltungen, weniger Drucksachen, und die Abstände zwischen den Großprojekten werden etwas länger.

Das ist verschmerzbar – denn unterm Strich wird, mit durchweg privatem Geld, hier immer noch ein großes Rad gedreht. Das zeigt jetzt der Neubau des Peter- und Traudl-Engelhorn-Hauses, für den zusätzliche Mittel fließen. Schon seit 2012 ist es geplant. Weil die Stadt dafür zunächst das alte Börsengebäude in E 4 vorsah und es dagegen Proteste gab, hätte man die äußerst großzügige Mäzenin aber fast mal verschreckt. Nun wird in C 4 gebaut – was sich als Glück erweisen kann.

Schließlich befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft bereits zahlreiche, aber jeweils isolierte Gebäude der Reiss-Engelhorn-Museen. Nun bietet sich die Chance, das alles gut zusammenzufassen – mit einem markanten Eingang, einem attraktiven Café. Rund um den derzeit eher trostlos daliegenden Toulonplatz kann damit ein richtiges, das Publikum anziehendes Museumsquartier entstehen. Allerdings müsste die Stadt dazu den verdreckten, oft von Unkraut überwucherten Platz öfter reinigen und pflegen. Sonst hilft auch eine Verkehrsberuhigung nichts.