Kommentar

Eine Ermunterung

Archivartikel

Peter W. Ragge zur Besucherzahl im Schlossmuseum

Mal 1300, mal 1900, mal 1400 Leute mehr pro Jahr – ist das viel, hat das eine Bedeutung? Ja. Der langsame, aber kontinuierliche Anstieg der Besucherzahl des Schlossmuseums ist zwar ein kleines, aber doch sehr wichtiges, gutes Zeichen.

Zwei Kurfürsten lebten hier, die eine im damaligen Deutschen Reich ganz herausgehobene Position innehatten. Ein Kaiser machte in dem Barockbau ebenso Station wie Wolfgang Amadeus Mozart. Und dann nutzte ihn eine Großherzogin, die immerhin Napoleons Adoptivtochter war und hier aufwendig Hof hielt. Das Schloss birgt also viele spannende Geschichten.

Sie werden derzeit aber nur wenig erzählt. Seit die Räume 2007 nach historischem Vorbild eingerichtet wurden, beschränkt man sich auf die Ausstellung des Hofsilbers, von prachtvollen Tapisserien, Möbeln, Porzellan. Manches Heimatmuseum im Odenwald präsentiert da die Historie moderner, ansprechender.

Dass die Besucherzahlen in Mannheim dennoch steigen, ist also eine Ermunterung und ein Auftrag. Es zeigt, dass sich die Menschen für das frühere Leben in der Residenz interessieren. Seit 2017 gibt es eine neue Konservatorin, die mit Schwung und Ideen angetreten ist, das auch besser darzustellen. Leider wird sie jetzt dadurch gebremst, dass Sanierungsarbeiten der Klimaanlage anstehen. Aber danach braucht sie freie Hand und die Mittel für eine Neupräsentation.

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