Kommentar

Eine Irreführung

Peter W. Ragge zu den Kosten der Außenanla-gen der Kunsthalle

Manchmal können offizielle Papiere verräterisch sein. Die Vorlage „V251/2018“, mit der den Stadträten heute die um ein Drittel gestiegenen Kosten für die Außenanlagen der Kunsthalle unterbreitet werden, trägt das Datum „15. Mai 2018“.

Genau einen Tag später, am 16. Mai, spricht Baubürgermeister Lothar Quast gegenüber der Presse bei einem Ortstermin davon, man liege bei den Baukosten „wahrscheinlich etwas“ über der geplanten Summe.

Drei Millionen Euro statt zwei Millionen Euro – ist das „etwas“? Egal ob er von seiner Verwaltung nicht im vollen Umfang aufgeklärt wurde oder ob er selbst die enorme Kostensteigerung so völlig verharmlosend dargestellt hat – das kommt schon einer Irreführung der Öffentlichkeit gleich. Kaum zwei Monate später muss die Verwaltung jetzt doch die genaue Zahl nennen.

Im Nachhinein fällt übrigens auf, dass bei der ersten Ausschreibung der Arbeiten zwei Firmen deshalb unter den Tisch fielen, weil ihre Preise viel höher waren als das vom Gemeinderat bewilligte Budget. Jetzt, nach Abschluss der Bauarbeiten, sieht man, dass das Projekt so billig einfach nicht zu machen war – und die ganzen Bauarbeiten zudem dadurch teurer wurden, weil man sie verzögert anging, im Winter machen musste und unter Zeitdruck geriet.

Schade, dass der Neubau der Kunsthalle, der in der Öffentlichkeit und der Fachwelt bundesweit so gut ankommt, nun durch solche Dinge belastet wird.

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