Kommentar

Einfach ungeschickt

Peter W. Ragge zum neuen Einlass-System der Parks

Seit der Bundesgartenschau 1975 bestanden die Dauerkarten für die Stadtparks immer nur aus kleinen Pappkärtchen. Da war ein moderneres System überfällig, das fälschungssicher ist, schnelleren Einlass und bargeldloses Zahlen sowie den Kauf von Tickets per Internet ermöglicht. Auch dass die Parks Personalkosten sparen wollen und dazu Kassen schließen, ist legitim.

Aber all das bedeutet für viele treue Parkbesucher eine enorme Umstellung. Zudem wird das neue System ausgerechnet in dem Jahr eingeführt, in dem durch die neue Datenschutzgrundverordnung das Thema in aller Munde ist und die Menschen besonders dafür sensibilisiert sind, wer was von ihnen warum speichert. Dann plötzlich allen Leuten viele Angaben auf einem zweiseitigen Formular und ein Foto abzuverlangen, die vorher in weniger als einer Minute – einfach nur Geld gegen Pappe – ihr Ticket erworben habe, ist eben nicht einfach – auch wenn Stammbesucher ein Grundvertrauen zu „ihrem“ Park haben.

Immerhin wurden zuletzt über 45 000 Dauerkarten für die grünen Oasen verkauft. Nun sind viele dieser Personen verunsichert, haben Fragen. Wieso erstellt man dazu erst jetzt, über zwei Monate nach Verkaufsbeginn, ein Infoblatt? Dazu kommen die Pannen an den Eingängen, die teils seit Monaten Baustelle sind – als wäre der Winter überraschend gekommen. Insgesamt ist da eine sinnvolle Modernisierung ungeschickt organisiert und kommuniziert worden.

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