Kommentar

Einigkeit gefragt

Archivartikel

In der Debatte um die Rettung von Clubs und Diskotheken in Mannheim ist dringend Einigkeit gefragt. Es ist nachvollziehbar, dass jeder Stadtrat und jede Fraktion den Erfolg der kulturellen Rettung gerne für sich reklamieren würde – doch die Zeit ist knapp bemessen und lässt keinen Raum für Lagerkämpfe. Etliche Betreiber sind dringend auf schnelle unbürokratische Lösungen angewiesen, um sich einerseits von Schulden frei zu machen und andererseits wieder eigene Umsätze generieren zu können. Wenn diese Programme nicht jetzt und vor allem mit gezieltem Blick auf Mannheimer Clubs aufgelegt werden, wird es für viele Geschäftsleute aus der Branche zu spät sein.

Düstere Vorzeichen dafür gab es in jüngster Zeit genug. Auch spontane Bar-Konzepte wie beim Chaplin-Club sind kein Ersatz für entgangene Umsätze der letzten Monate. Ohne Zweifel: Manch eine Kritik an den vorgelegten Anträgen ist berechtigt. Doch die kann im Dialog über Parteigrenzen hinweg ausgeräumt werden. Und sollte es auch.

Denn selbst, wenn man in der Sache zum Konsens findet, gibt es noch genug offene Baustellen. Auf welchem Gelände soll das Open-Air-Festival überhaupt stattfinden? Welche Betreiber sind mit an Bord? Welche Kosten kommen auf die Stadt und ihre Gesellschaften zu? Wie regelt man Abstands- und Hygienekonzepte? Und wie soll überhaupt Club-Feeling entstehen, wenn laut geltender Verordnungslage aktuell noch gar nicht getanzt werden darf? Auf all diese Fragen müssen in Rekordzeit Antworten gefunden werden, um ein solches Festival zum Erfolg werden zu lassen. Nur dann kann es seinen Zweck erfüllen und helfen.

 
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