Kommentar

Einmalige Chance

Thorsten Langscheid begrüßt die Erweiterungs- pläne des Technoseums

Man darf sich nichts vormachen: Eine Erweiterung des Technoseums gibt es nicht zum Nulltarif. Die Übernahme des SWR-Funkhauses wird einiges Geld kosten – Geld, das man besser allerdings kaum anlegen könnte. Konkrete Kostenermittlungen gibt es noch nicht, aber klar ist jetzt schon: Das technik- und sozialgeschichtliche Museum ist ein wichtiger außerschulischer Lernort für jährlich rund 100 000 Kinder und Jugendliche, die in dem eigenwilligen Gebäudekomplex an der Museumsstraße die Grundlagen von Physik und Technik sowie in Grundzügen die Entwicklung der Arbeitswelt im Erfinderland Baden-Württemberg kennenlernen. Und das ganz ohne verstaubt-museale Distanz, sondern in vielfältigen und immer neuen, pädagogisch begleiteten Mitmach-Aktionen und -Präsentationen.

Würde es das Funkhaus nach dem SWR-Auszug in einigen Jahren nicht übernehmen, hätte das Technoseum über kurz oder lang nämlich zwei ernste Probleme: Zum einen wäre die 1990 bereits vorgesehene, aus finanziellen Gründen damals aber gestrichene Erweiterung des Museums endgültig passé. Denn die würde deutlich mehr kosten als die jetzt angestrebte kleine Lösung.

Zum anderen wäre völlig offen, wer dann als Nachbar einzieht. Was, wenn neue Nutzer abreißen und neu bauen? Oder wenn es Probleme wegen der Zufahrts- und Nutzungsrechte auf dem schmalen Grundstück gibt? Stillstand und Ärger wären die Folgen. Deswegen gilt es, zuzugreifen und dem Technoseum Entfaltungsmöglichkeiten zu geben. Dazu besteht jetzt die einmalige Chance.

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