Kommentar

Einspruch zur rechten Zeit

Anke Philipp über den Vorstoß der Architekten

Das gab es länger nicht: Die Mannheimer Architekten mischen sich beim Thema Stadtentwicklung ein, weil sie Fehlgriffe fürchten. Bei der Entwicklung der City, so ihr Hauptanliegen, gehe der städtebauliche Gesamtzusammenhang verloren, werde zuviel den Interessen Einzelner nachgegeben. Weil das Zentrum der Stadt durch viele Projekte immer weiter verdichtet werde, müsse man sich auch fragen, wie das Leben dort angesichts des Klimawandels künftig aussehen könnte, raten die Experten zurecht zu großräumiger Betrachtung und besser abgestimmten, zukunftsweisenden Lösungen.

Bemängelt wird zudem, dass die Stadtplanung, die noch vor Jahren die Bürger intensiv bei den Entwicklungsprozessen (EKI, 2007-Planung) begleitete, vor Ort kaum mehr präsent ist. Sie hat sich zurückgezogen. Ein Manko – in der Tat. Da ist der Architekten–Einspruch hoffentlich ein Weckruf zur rechten Zeit. Denn: Trotz vieler Investitionen warten weitere Herausforderungen, wie die Anbindung der Stadt an den Neckar, die Aufwertung des Stadteingangs am Hauptbahnhof, ein attraktives Wohnumfeld in den Stadtteilen, die Pflege von Grünflächen, klimaschonende Mobilitätslösungen für Handel und Private – unterm Strich muss die durchmischte Stadt erhalten bleiben. Das Entwicklungskonzept Innenstadt könnte dabei Orientierung bieten. Es sollte wieder aufgeschlagen werden.