Kommentar

Ende noch nicht in Sicht

Archivartikel

Wer gehofft hat, mit dem Ende der akuten Phase der Corona-Pandemie ende auch die Zeit ohne Feste, der sieht sich enttäuscht: Die Termine der Großveranstaltungen, die derzeit abgesagt werden, reichen inzwischen bis in den Herbst, teilweise sogar ins neue Jahr. Ein Ende der Heimsuchung ist nicht in Sicht.

Die Problematik ist offenkundig: Die Absage solcher Feste ist ein finanzieller Schlag für Vereine und Wirte. Ganz abgesehen von dem schmerzhaften Verlust an menschlicher Gemeinschaft.

Auf der anderen Seite steht der notwendige Schutz der Gesundheit. Die geringe Zahl der Infizierten im Kreis darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass zur Entwarnung keinerlei Anlass besteht.

Die Verantwortlichen, die über solche Absagen zu entscheiden haben, sind wirklich nicht zu beneiden. Die einen haben sich schon früh dem Unvermeidlichen ergeben, andere hoffen bis zum Schluss. Für das Schriesheimer Straßenfest besteht nun Gewissheit, für das Ladenburger Altstadtfest steht sie noch aus.

Wer sich die Archivbilder beider Feste ansieht, der kann sich Stand heute eine Wiederholung bereits in drei Monaten nicht vorstellen – selbst wenn solche Feste unter Auflagen möglich werden.

Jedes Abstandsgebot wird in den Altstadtgassen ad absurdum geführt. Und wie soll das Tragen von Mund-Nasen-Schutz bei Festen funktionieren, deren zentrale Programmpunkte Essen und Trinken sind? Und selbst wenn alle ihre Masken tragen, Standpersonal wie Besucher – welche Atmosphäre ergäbe dies? Und schließlich: Wer kontrolliert die Auflagen und ahndet den Verstoß? Bei Gruppen von Feiernden mit so manchem Schorle im Kopf? All das erscheint irreal.

Speziell in Schriesheim muss man schon weiterdenken– an den Mathaisemarkt 2021. Bis Aschermittwoch ist die Saalfasnacht ab-gesagt. Ist es denkbar, dass zwei Wochen später ein Festzelt mit 1500 Plätzen und Straußwirtschaften öffnen, in denen man dank der Enge nicht umfällt? Wie gesagt: Ein Ende ist nicht in Sicht.

 
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