Kommentar

Endlich ein neues Konzept!

Barbara Klauß über die Probleme bei Kaufhof

 

Die Beschäftigten von Kaufhof sollen nicht für Managementfehler büßen. Diese Ansage von Verdi aus dem vergangenen Jahr ist nach wie vor richtig. Und doch willigt die Gewerkschaft ein, über einen Sanierungstarifvertrag zu verhandeln. Ihr bleibt kaum eine andere Wahl. Zu offen droht die Geschäftsführung, andernfalls weitere Stellen zu streichen.

Dabei sind die Probleme des Warenhauskonzerns zum Teil tatsächlich hausgemacht: So erhöhte der kanadische Mutterkonzern HBC die Mieten für die Filialen zum Teil erheblich, hinkt bei der versprochenen Modernisierung hinterher und nahm unbekannte Modemarken aus den USA ins Sortiment. Auch beim überfälligen Ausbau des Onlinegeschäfts gibt es keine nennenswerten Fortschritte.

Dabei beweist Konkurrent Karstadt, dass es durchaus Mittel gibt, um auf den veränderten Markt zu reagieren: Nach Jahren des Existenzkampfes erzielte Karstadt im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals wieder einen Überschuss.

Sparen allein wird Kaufhof also nicht retten. Vielmehr müssen endlich innovative Ideen und ein neues Geschäftsmodell her. Sonst sind trotz aller schmerzlichen Einschnitte, zu denen sich die Beschäftigten jetzt möglicherweise bereiterklären, Arbeitsplätze in Gefahr.

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