Kommentar

Endlich liefern!

Alexander Jungert über die Geschäfte von Daimler

Nach dem Horrorjahr geht es aufwärts. Das ist die Botschaft von Ola Källenius, seit etwa neun Monaten Vorstandsvorsitzender von Daimler. Die Schonzeit ist um: Jetzt muss Källenius endlich Ergebnisse liefern und die Strategie sichtbarer machen.

Baustellen gibt es immerhin genug: Bei der Elektromobilität sind Konkurrenten wie BMW oder Tesla um Meilen voraus. Gelingt der Hochlauf bei Elektroantrieben nicht, drohen hohe Strafzahlungen, wenn der CO2-Grenzwert für die Neuwagenflotte nicht eingehalten wird. Dann ist da noch der offenbar niemals enden wollende Dieselskandal, der auf dem Gewinn lastet. Auf mehr als vier Milliarden Euro summieren sich allein im vergangenen Geschäftsjahr die Ausgaben für Modell-Rückrufe und Verfahren.

Källenius will unter anderem beim Personal sparen. Leider hat er es am Dienstag bei der Jahresbilanz versäumt, Klarheit über seine Pläne zu schaffen. Auch die Daimler-Mitarbeiter in der Region sind nach wie vor im Unklaren, wie der Sparkurs sie treffen wird. „Die Stimmung aus Wut und Enttäuschung in der Belegschaft“, wie es der Daimler-Betriebsratsvorsitzende Michael Brecht vor Kurzem beschrieben hat, dürfte Källenius kaum gemindert haben.

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