Kommentar

Endlich Machtwechsel

Archivartikel

Markus Schönherr betont die Bedeutung der Mittelschicht beim Übergang zur Demokratie in afrikanischen Ländern

"Wenn Elefanten kämpfen, leidet das Gras", sagt ein afrikanisches Sprichwort. Die jüngsten Wahlen in Kenia und der Kampf um die Macht in Südafrika zeigen einmal mehr, dass unter den politischen Auseinandersetzungen in diesen Ländern vor allem das Volk leidet.

Die Verteidiger der Despoten sprechen nicht selten vom "afrikanischen Regierungsmodell", demzufolge sich ein Volk, wie vor der Kolonialisierung des Kontinents, einem starken Mann anvertraut -dem Stammesführer, der fürsorglichen Vaterfigur. Weniger Demokratie wagen, das haben bereits China und Russland vorgemacht - und das mit wirtschaftlichem Erfolg. Allerdings: Die Grundrechte bleiben dabei auf der Strecke.

Schlimmer noch ist es in Afrika. Dort schaffen Autokraten weder Rechtsstaatlichkeit noch wirtschaftlichen Aufschwung. Ruanda bildet eine Ausnahme. Seit 17 Jahren hält sich dort Paul Kagame durch eine sonderbare Mischung aus Popularität und Unterdrückung der Menschenrechte an der Macht. Der ostafrikanischen Nation brachte er ein konstantes Wachstum von acht Prozent, senkte die Säuglingssterblichkeit um zwei Drittel und kämpft unerbittlich gegen Korruption. Im Volk ist er beliebt.

In jüngster Vergangenheit kam es zu zahlreichen Wahlen in afrikanischen Ländern, die meist demokratisch, friedlich und geordnet verliefen. Dafür ist nicht zuletzt Afrikas wachsende Mittelschicht verantwortlich. Sie fordert das Ende der Diktaturen. Auch der Machtwechsel nun in Angola verlief demokratisch und transparent - bleibt abzuwarten, ob die neue Regierung auch im Kampf gegen Korruption auf Transparenz setzt.

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