Kommentar

Enormer Zeitdruck

Archivartikel

Jürgen Berger zur Situation des 1. FC Kaiserslautern

Neuer Geldgeber, neues Glück – so einfach ist die Rechnung für den arg gebeutelten 1. FC Kaiserslautern leider nicht. Das Angebot der regionalen Investorengruppe beinhaltet im Vergleich zur Offerte von Flavio Becca fraglos die besseren Konditionen – doch ein Ende des nervenaufreibenden und lähmenden Machtkampfs auf dem Betzenberg ist durch die weiterhin bestehenden Animositäten der Entscheider kaum vorstellbar.

Das hat die hauchdünne Mehrheit bei der Abstimmung im Beirat erneut aufgezeigt. Dieser Konstellation, in der mehrere Parteien konsequent gegeneinander arbeiten, fehlt die Zukunftstauglichkeit, die der Traditionsverein so dringend braucht, um seinen Traum von der Rückkehr in die 2. Liga konstruktiv umsetzen zu können.

Die Aussicht auf die überlebenswichtigen Millionen macht natürlich Mut für den Lizenzerhalt. Doch das wäre nur ein erster Schritt. Viel Geld allein garantiert in der finanziell unattraktiven 3. Liga keinen sportlichen Quantensprung. Das hat das Beispiel KFC Uerdingen mit Mäzen Mikhail Ponomarev eindrucksvoll bewiesen.

Vielmehr sind kluge Personalentscheidungen und ein ruhiges Umfeld die Basis, um der Aufstiegskonkurrenz die Stirn bieten zu können. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Geschäftsführer Sport – doch die Position von Martin Bader, der in der aktuellen Saisonphase federführend die Kaderplanung für die neue Runde vorantreiben muss, ist äußerst schwach. Und auch einem möglichen Nachfolger würde die Zeit davonlaufen.

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