Kommentar

Erfolgreiche Methoden

Archivartikel

Steffen Mack über kriminelle junge Flüchtlinge

Erfolg hat meistens mehrere Väter, Mütter natürlich auch. So können jetzt diverse Seiten stolz darauf zurückblicken, das Problem mit den jungen Straftätern aus Marokko und anderen nordafrikanischen Ländern in den Griff bekommen zu haben.

Manche Formulierung im Brandbrief von Peter Kurz an Innenminister Thomas Strobl mag übertrieben gewesen sein („Staatsversagen“, die Haltung zu Flüchtlingen sei umgeschlagen). Aber es war richtig, das Land einzuschalten. Kurz bekam zwar nicht die gewünschte geschlossene Einrichtung, und Strobl griff den Oberbürgermeister in unverständlicher Schärfe an. Doch die Gemüter beruhigten sich rasch.

In der Folge entwickelten Stadt und Polizei mit Stuttgarter Hilfe erfolgreiche Methoden: Aufenthaltsverbote und deren rigide Umsetzung. Sehr wichtig war auch der – wohl erst auf Druck der Bundesregierung mögliche – Datenabgleich mit Herkunftsländern. Dabei entpuppten sich fast alle Täter als älter als angegeben. Dass anfangs gar ein 28-jähriger Marokkaner ernsthaft als 16-jähriger Algerier durchgehen konnte, wirft indes kein schmeichelhaftes Licht auf die Zuständigen.

Der Grund für das Problem war: Im Jugendstrafrecht steht der Erziehungsgedanke im Vordergrund, jemanden wegzusperren geht nur bei schweren Vergehen. Das hat sich sehr bewährt. Wer aber etwa in Marokko als Straßenkind aufgewachsen ist und sich als professioneller Dieb nach Europa durchgeschlagen hat, ist für pädagogische Angebote wenig empfänglich. Früher oder später wird so jemand auch wieder nach Mannheim kommen. Gut, dass man jetzt offenbar mit ihm umzugehen wüsste.

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