Kommentar

Erfreuliche Entwicklung

Archivartikel

Thorsten Langscheid über die wachsende Zustimmung zum Rad

In der Verkehrspolitik ist in jüngster Zeit manches in Bewegung geraten, das über Jahrzehnte unumstößlich schien. Das Auto muss seinen Spitzenplatz räumen und anderen, umweltfreundlichen Verkehrsmitteln zumindest mehr Platz als bisher einräumen. Wenn inzwischen dem Bürgerbarometer zufolge sogar 56 Prozent der CDU-Wähler der Ansicht sind, dass es in Mannheim zu wenig Radwege gibt, dann muss sich die Partei ernsthaft fragen, wieso sie sich eigentlich weiterhin gegen Ausbauprojekte wie die geplanten Radspuren in der Augustaanlage stemmt.

Denn die Diskussion darüber, ob die Verkehrswende sinnvoll ist oder nicht – die ist nun wirklich längst Schnee von gestern. Es geht heute ausschließlich darum, wie schnell wir den möglichst breiten Umstieg auf eine klimaverträglichere Mobilität schaffen. Zumindest da, wo es problemlos möglich ist, muss der Umstieg jetzt deutlich schneller als bisher gehen. Beim Radverkehr ist es unbestritten möglich, vergleichsweise schnell zu handeln. Denn neben Neubauvorhaben, die zu Recht einigen Vorlauf brauchen, kann die Stadtverwaltung mit vielen Verbesserungen im bestehenden Wegenetz sehr viel erreichen und dem dringenden Wunsch der Radfahrer nach mehr Sicherheit entsprechen.

Besser abgesenkte Bordsteine, günstigere Vorfahrtsregelungen, Vorrang bei Ampelschaltungen, konsequentes Vorgehen gegen Falschparker – das wären nur einige Möglichkeiten, Radwege attraktiver und sicherer zu machen. Dass sich immer mehr Mannheimer zum Radfahren bekennen, ist jedenfalls eine erfreuliche Entwicklung, der Stadtverwaltung und Gemeinderat Rechnung tragen müssen.

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