Kommentar

Erkenntnisse, die bleiben

Archivartikel

Steffen Mack zur Auswertung des „Kommunal-O-Mat“

Zuallererst war es eine hübsche Spielerei. Es konnte einfach Spaß machen, sich durch die; 38 Thesen zur Lokalpolitik zu klicken und zu sehen, wie groß beziehungsweise klein die persönlichen Übereinstimmungen mit den einzelnen Parteien sind. Die Wahlentscheidung sollte einem das freilich nicht abnehmen, zumal bei der Vergabe der 48 Stimmen auch die Kandidaten eine wichtige Rolle spielten. So wollten Mannheimer Wissenschaftler mit dem „Kommunal-O-Mat“ nur eine „Orientierungshilfe“ bieten. Das ist ihnen gut gelungen, wie die Zugriffszahlen belegen. Allein am Wahlsonntag wurde das digitale Instrument mehr als 2000 Mal genutzt.

Dass dies den Wahlausgang nennenswert beeinflusst haben könnte, muss man nicht meinen. Aber wer diesen Wahl-O-Mat genutzt und sich vielleicht gar die einzelnen Begründungen der Parteien angeschaut hat, dürfte das eine oder andere über die Kommunalpolitik gelernt haben. Das ist ein Mehrwert, der bleibt.

Interessant ist nun auch die Auswertung. Die Nutzer mögen nicht repräsentativ für alle Mannheimer sein – dafür ist besonders der Akademiker-Anteil zu groß. Dennoch findet sich Aussagekräftiges. So, dass Verkehrsthemen als besonders wichtig gelten und Bürger etwa bei der Frage, ob die Innenstadt autofrei sein soll, gespalten sind. Auch scheinen Parteipräferenzen weniger entscheidend als oft angenommen: Obwohl die Grünen im „Kommunal-O-Mat“ mit Abstand am besten abschneiden, stößt ihre Forderung, den Flugplatz in Neuostheim zu schließen, auf breite Ablehnung. Der Wähler hat seinen eigenen Kopf, das ist immer wieder schön zu wissen.

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