Kommentar

Ermutigendes Signal

Archivartikel

Frank Schumann zu den Paketpreisen der Post

Kommando zurück bei der Deutschen Post: Der Bonner Konzern nimmt auf Druck der Bundesnetzagentur seine Preiserhöhung für den Paketversand zurück. Für das Unternehmen ist das eine bittere Niederlage – für den Verbraucherschutz dagegen ein wichtiger Erfolg. Allem Anschein nach hat die Post bei der Begründung ihrer Preiserhöhung geschummelt. Die vorgeblich gestiegenen Kosten für Personal und Transport hat die Netzagentur jedenfalls nicht akzeptiert. Und das offensichtlich mit vollem Recht. Sonst hätte der Konzern nicht umgehend klein beigegeben und die Preiserhöhung anstandslos zurückgenommen – auch wenn er das so natürlich nicht verstanden wissen will.

Aus Sicht der Kunden ist das ein ermutigendes Signal. Die Netzagentur hat nicht nur die Preiserhöhung an sich angezweifelt. Sie hat außerdem darauf verwiesen, dass die Post mit ihrer marktbeherrschenden Stellung im Paketversand wettbewerbsrechtlichen Schranken unterliegt. Damit hat sich die Behörde als mächtiger Anwalt von Verbraucherinteressen erwiesen. In Deutschland wird gerne und viel gegen ausufernde Bürokratie und Regulierungswut gewettert. Das Beispiel Paketpreise sollte die Kritiker eines Besseren belehren: Dass die Netzagentur im Sinne der Kunden eine Preiserhöhung verhindert, belegt den Nutzen und die Daseinsberechtigung dieser Behörde.