Kommentar

Erschreckender Vorfall

Sandra Bollmann zur neusten Panne bei der BASF

 

Eine Matratze, aus der giftige Dämpfe aufsteigen - diese Vorstellung ist an sich schon erschreckend. Noch schlimmer erscheint allerdings die Tatsache, dass sich fünf Wochen lang eine giftige Substanz quasi selbstständig gemacht hat: Von Ende August bis Ende September ist bei der BASF Dichlorbenzol in den Spezialkunststoff TDI gelangt - der dann auch noch ausgeliefert worden ist. Festgestellt hat das erst ein Kunde des Chemieunternehmens, der die Lieferung vor der Weiterverarbeitung geprüft hat.

Für den Ludwigshafener Konzern ist das mehr als peinlich. Immerhin geht das Unternehmen mit Stoffen um, die hochgiftig und brandgefährlich sind. Sicherheit sollte als oberstes Gebot gelten. Allein die Produktionsabläufe zu prüfen, reicht nicht aus. Es gilt, das Endprodukt zu kontrollieren. Und zwar weitaus engmaschiger als bisher.

Dazu kommt die behäbige Informationspolitik der BASF: Nach der schrecklichen Explosion im Oktober 2016 hat der Konzern viel Vertrauen verspielt. Wenige Monate später ist aus der neu gebauten TDI-Anlage das hochgiftige Phosgen ausgetreten.

Dass die BASF mit der neusten Panne in eben dieser TDI-Anlage nicht selbst an die Öffentlichkeit gegangen ist, macht fassungslos. Da bringt auch eine eigene Hotline für besorgt Bürger nicht viel.

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