Kommentar

Erst der Anfang

Alexander Jungert zur Lage der deutschen Industrie

Mit einer Gewinnwarnung des Chemiekonzerns BASF hatten die meisten gerechnet. Nicht aber damit, dass sie so deutlich ausfällt. Schon am Dienstag ist die Furcht vor einer enttäuschenden Berichtssaison gewachsen. Anleger ziehen sich aus den Aktienmärkten zurück. Die BASF-Papiere zählen zu den größten Verlierern im Dax. Tatsächlich wird die schwierige Lage der deutschen Industrie offenbart.

Chemie-Unternehmen gelten als Frühindikator. Denn sie sind mit fast allen Wirtschaftszweigen im Inland und der ganzen Welt verwoben. Demnach schrumpft die deutsche Industrie. Wichtige Kunden wie die Autohersteller fahren vor allem in China ihre Produktion zurück und kaufen folglich weniger Lacke und Kunststoffe bei BASF. Auch die Landwirtschaft fragt weltweit weniger Produkte nach.

Das „schwierige Fahrwasser“, wie es BASF-Finanzchef Hans-Ulrich Engel bezeichnet hat, macht deutlich, wie stark die deutsche Wirtschaft von der Weltkonjunktur abhängig ist. Die wiederum wird von Handelskonflikten beeinflusst, wie sie derzeit die USA und China gegeneinander ausfechten. Mit einer schnellen Entspannung sei nicht zu rechnen, schreibt BASF in einer Pressemitteilung. Insgesamt bleibe die Unsicherheit hoch. Das gilt dann auch für die gesamte deutsche Industrie.

 
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