Kommentar

Erstaunliche Wende

Archivartikel

Rolf Obertreis zur jüngsten Entwicklung bei Opel

Es ist bemerkenswert, was Opel unter der Regie des französischen Autokonzerns PSA in nur zwei Jahren geschafft hat. Aus einem Unternehmen, das nach 18 Verlustjahren hintereinander in den Händen von General Motors praktisch kurz vor der Pleite stand, ist ein fast schon wieder profitables Unternehmen geworden. 700 Millionen Euro Betriebsgewinn im ersten Halbjahr sind ein erstaunliches Zeichen. Und Opel investiert. In die Entwicklung neuer Modelle, auch in Sachen Elektromobilität.

Der elektrische Corsa, der im ersten Quartal 2020 zu den Händlern kommt, ist ein Signal, auch wenn er früher hätte kommen müssen. Aber das lag vor allem an General Motors. Und Opel steckt viel Geld in seine Werke. Als erstes in Eisenach: In nur zehn Wochen wurde die Produktion auf den SUV Grandland X umgestellt. Und das zukunftsweisend, weil auf der Linie ein Fahrzeug mit allen Antriebsarten produziert werden kann.

Der Kosten-, Effizienz- und Renditedruck durch die Franzosen auf Opel bleibt hoch. Beim Personal sind dem PSA- und Opel-Management allerdings die Hände gebunden: Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen. Ein Abbau kann wie bisher schon nur auf der Basis freiwilliger Vereinbarungen umgesetzt werden und das wird auch so gehandhabt.

Das Stammwerk in Rüsselsheim steht noch vor einer Modernisierung, die Zukunft des Komponentenwerks in Kaiserslautern könnte auch in der Batterie-Fertigung liegen. Bis Jahresende soll mehr Klarheit herrschen. Den Sprung in die nachhaltige Profitabilität und zu noch besseren, zukunftsweisenden Autos müssen PSA und Opel jetzt aber in einem höchst schwierigen Markt umsetzen.