Kommentar

Es fehlt eine Strategie

Archivartikel

Frank Schumann zu den Problemen beim Windkraft-Ausbau

Der Windkraft in Deutschland scheint die Puste auszugehen. Immer weniger Anlagen – gleich ob an Land oder auf hoher See – werden gebaut. Und das, obwohl die Bundesregierung noch weit davon entfernt ist, ihre Ziele beim Ausbau erneuerbarer Energien und damit bei der Reduzierung von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) zu erreichen. Was ist da bloß los?

Im Koalitionsvertrag der Regierung war eigentlich ein „Sonderbeitrag“ der Offshore-Windenergie auf dem Meer vereinbart, um die Klimaziele zu erreichen. Dieser Punkt wurde bislang von der Regierung nicht eingelöst. Der Punkt fügt sich wie ein Puzzleteilchen in das Gesamtbild ein: eine fehlende Strategie, wie Deutschland im Anschluss an den Kohleausstieg den Ausbau erneuerbarer Energien gestalten will. Statt für die Industrienation eine zuverlässige Stromversorgung aufzubauen, bleibt vieles widersprüchlich oder im Ungefähren.

Besonders ärgerlich ist, dass dabei auch Tausende von Arbeitsplätzen in der Windkraftbranche verlorengehen. Den Ausbau voranzutreiben, würde nicht nur der heimischen Energieversorgung und dem Klima nützen – es könnte Deutschland nebenbei Innovationen, eine technologische Vorreiterrolle und damit einen neuen Exportschlager bescheren. Aber auch diese Chance lässt die Bundesregierung tatenlos vorüberziehen.