Kommentar

Es geht aufwärts

Peter W. Ragge zur Entwicklung im Tourismus

Es geht aufwärts, immer weiter aufwärts: Seit Jahren schon steigt Jahr für Jahr die Zahl der Übernachtungen in Mannheim.

Zunächst ist das erfreulich. Es belegt, dass sich all die Anstrengungen von Rosengarten, Stadtmarketing und Reiss-Engelhorn-Museen inzwischen auszahlen. Ob Kongresse, Festivals, Ausstellungen oder große Kulturevents – all das zieht Publikum nach Mannheim und wirkt auch langfristig, weil es das Image aufpoliert. Zudem rühren neue Hotels selbst die Werbetrommel und versuchen, ihre Zimmer selbst zu vermarkten. Schließlich gab es 2018 kein ganz herausragendes Event, keine spektakuläre Sonderausstellung – und doch sind die Zahlen erneut gestiegen.

Zu einem wichtigen Teil liegt dies aber an Geschäftsreisenden – und ist mithin abhängig von der Wirtschaftslage. Sollte sich die Konjunktur eintrüben, könnte es schwierig werden. Schließlich schlagen sich in der 2018er-Statistik, da deren Stichtag bei der Zählung der Betten und Betriebe zur Jahresmitte liegt, zahlreiche der in den zurückliegenden Monaten neu in Mannheim eröffneten Hotels bisher nicht nieder.

Noch zur Bundesgartenschau 1975 mussten Gäste auf Hotels in Viernheim und Hockenheim ausweichen, weil Mannheim kaum größere Häuser hatte. Lange bestand ohne Zweifel Nachholbedarf. Doch auch wenn die Übernachtungszahlen weiter steigen sollten, gibt es – das ist absehbar – hier bald ein Überangebot an Hotelbetten. Das tut der Stadt dann auch nicht gut.