Kommentar

Es geht doch

Archivartikel

Peter W. Ragge zum neuen Leben in der Multihalle

Es gibt Dinge, die dürfte es nicht geben. Seit Februar 2011 ist die Multihalle – außer dem Restaurant – eigentlich komplett gesperrt, offiziell wegen Einsturzgefahr. Ober trotzdem fanden unter ihrem Dach bereits mehrfach Veranstaltungen mit Oberbürgermeister, Baudezernent und Experten der Baubehörden statt – und niemandem ist das Dach auf den Kopf gefallen.

Zusätzlich zu diesen internen Workshops zur künftigen Nutzung darf längst die Öffentlichkeit das Gebäude wieder betreten, etwa zu einer einwöchigen Designermesse oder einer Tanzperformance. Cinema Quadrat zeigt Filme, Künstler von Zeitraumexit bespielen die Multihalle schon den zweiten Sommer mit „künstlerischen und forschenden Zwischennutzungen“. Bald folgt mit „Eutopia Multihalle“ wieder das nächste Projekt – das nun immerhin die Anerkennung der Bundesregierung findet.

Zwar sind jedes mal Einzelgenehmigungen nötig – doch die Öffentlichkeit bekommt von diesem internen Prozess nichts mit. Was zählt ist: es geht doch! Das ändern nichts daran, dass einige Materialien des Baus ihre Lebensdauer überschritten haben, Holzteile angegriffen und verformt sind. Aber das steht, wie jeder erkennen kann, einer Nutzung nicht komplett im Wege.

Das wiederum ist ein ganz wichtiger Fingerzeit für die anstehende Sanierung: Vielleicht muss es gar nicht so teuer sein wie ursprünglich angenommen. Die in Fachkreisen als Architekturikone geltende, von manchem Mannheimer aber zu voreilig aufgegebene Multihalle lässt sich doch erhalten und nutzen.