Kommentar

Es muss dann Ruhe sein

Roger Scholl zur städtischen Hilfe für Händler und Wirte

Zugegeben: Auf den ersten Blick erscheint es doch einigermaßen seltsam, dass bisher nur drei Unternehmen Anträge auf einen finanziellen Ausgleich für die erlittenen Umsatzeinbußen gestellt haben. War doch im vergangenen Jahr die Empörung über die Groß-Baustelle auf Mannheims Einkaufsmeile Nummer eins groß bei Händlern und Gastwirten. Aber das Verfahren, für das sich die Stadt auf Drängen von Handelsverband und Werbegemeinschaft entschieden hat, setzt hohe Hürden. Die Betroffenen müssen ihre wirtschaftlichen Verhältnisse komplett offenlegen, eine aufwendige Prozedur, für die nur der sich entscheidet, dem das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht. Dass eine Verwaltung sorgsam mit den ihr anvertrauten Geldern umgeht, lässt sich nachvollziehen, der Bürger kann das von ihr erwarten.

Nichtsdestotrotz haben Unternehmen in der Innenstadt durch die Baumaßnahmen der zurückliegenden mindestens sieben, acht Jahre erhebliche Einbußen einstecken müssen, auch wenn diese mehrheitlich unterhalb der existenzgefährdenden Schwelle gelegen haben mögen. Allen ist zu gönnen, dass nach dem Planken-Umbau die Ruhe einkehrt, die es braucht, sich wieder zu erholen und erfolgreich weiterarbeiten zu können.