Kommentar

Es werde Licht …

Archivartikel

Detlef Drewes sieht das Ende der Glühbirne als positiven Beitrag

Zehn Jahre nach dem vielleicht umstrittensten Verbot, das die Europäische Kommission erlassen hatte, kann man den Schritt sicherlich als gelungen bezeichnen.

Doch 2009 war er es nicht. Er wurde zu wenig vorbereitet worden, zu kurz fielen die Umstellungsfristen für die Hersteller aus. Dass die Verbraucher plötzlich gezwungen waren, auf andere Leuchtmittel umzusteigen, die hochgiftiges Quecksilber enthielten und somit nur als Sondermüll entsorgt werden durften, was kein Ruhmesblatt. Im Gegenteil: Der Widerstand erschien nur allzu verständlich: Welche Eltern wollten ihren Kindern schon eine Lampe ins Zimmer schrauben, die eine latentes Risiko darstellte, sobald sie zerbrach?

Die Verständnisprobleme der Menschen hatte aber sicherlich auch noch einen anderen Grund. Zwei Jahre vorher hatten die Staats- und Regierungschefs die Klimawende für die EU beschlossen. Dabei war klar geworden, dass nun aller Umgang mit Energie auf den Prüfstand kommen müsse. Jeder Kühlschrank, jede Waschmaschine, jeder Staubsauger wurde gecheckt und mit Verbrauchswerten versehen. Dass Klimaschutz sich auch im täglichen Leben der Bürger zu vollziehen hat – das war neu. Zumindest für viele.

Zehn Jahre danach sind wir weiter. Und vielleicht nennen viele das Glühbirnenverbot auch deshalb einen Glücksfall, weil das so oft geforderte Umdenken langsam stattgefunden hat. Und nun weitergehen muss. Denn die Haushalte sind nach wie vor einer der großen Energieverbraucher.