Kommentar

Es wird ein harter Weg

Archivartikel

Marc Stevermüer zur Auslosung der Handball-WM

 

Losglück sieht anders aus: Bei der Handball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr trifft die deutsche Nationalmannschaft schon in der Vorrunde auf Titelverteidiger Frankreich. In der Hauptrunde dürfte es dann auch noch gegen Kroatien und Spanien gehen. Keine Frage: Der Weg zur anvisierten Medaille beim Heim-Turnier wird lang und hart. Und nach heutigem Leistungsstand ist es schwer vorstellbar, dass die seit längerer Zeit schwächelnde DHB-Auswahl das Halbfinale erreicht.

Unmöglich ist das trotzdem nicht. Die spezielle Dynamik einer WM im eigenen Land hat schon oft manch ein Defizit an Klasse wettgemacht – man denke nur an den deutschen Gold-Triumph 2007. Und nicht zuletzt hat die aktuelle DHB-Mannschaft vor knapp zwei Jahren mit dem ehemaligen Erfolgscoach Dagur Sigurdsson bewiesen, wozu sie in der Lage ist: EM-Titel und Olympia-Bronze.

Das Potenzial ist also vorhanden, um wieder vorne mitzuspielen. Das geht aber nur, wenn das Team und der neue Bundestrainer Christian Prokop wirklich zu einer Einheit werden. Bei der völlig verkorksten EM in diesem Jahr waren sie das nicht – und ob nun trotz vieler Gespräche plötzlich alles besser wird, darf zumindest bezweifelt werden. „Er würde mir mehr bedeuten, wenn wir den Weg, den Dagur uns damals vorgegeben hat, hätten weiterverfolgen können“, sagte Torwart Andreas Wolff vor wenigen Wochen. Sonderlich viel Hoffnung auf eine bessere Zukunft macht dieser Satz nicht.

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