Kommentar

Es wird (noch) enger

Archivartikel

In vielen größeren Städten tobt der Kampf 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche: Autofahrer, Radfahrer, Lieferwagenfahrer, Fußgänger, Eltern mit Kinderwagen, sie alle wollen schnell und ungehindert vorwärtskommen – und ihre Gefährte dann noch irgendwo abstellen. Jetzt kommen sehr wahrscheinlich auch die E-Tretroller hinzu. Es wird also noch enger!

Zwar sind die neuen Fortbewegungsmittel prinzipiell eine feine Sache. Helfen sie doch dabei, kürzere Wege schneller und bequemer zurückzulegen. Was die Chancen erhöht, dass der eine oder andere das Auto stehenlässt, mit Bahn und E-Tretroller zur Arbeit kommt und damit Verkehr und Umwelt entlastet. Doch die hippen Gefährte verursachen auch Probleme. Man muss kein Prophet sein, um sich auszurechnen, dass beim begrenzten Platzangebot neue Konflikte entstehen werden – und die Unfallzahlen steigen. Langfristig müssen die Städte Antworten auf solche Entwicklungen finden und den Verkehrsraum neu aufteilen. Doch bis das geschieht, werden Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte vergehen.

Bis dahin hilft nur eines: mehr Rücksicht. Klingt banal, fast hilflos – ist im Alltag aber unglaublich effektiv. Und umso leichter zu praktizieren, je weniger der Einzelne unter Druck steht: Für jeden Weg ein paar Minuten mehr einzuplanen, ist im täglichen Kampf eine der besten Entspannungsmaßnahmen.

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