Kommentar

Essen essen!

Archivartikel

Stefanie Ball zum sorglosen Umgang mit Lebensmitteln

Nicht rund genug, eine braune Stelle, ein nahender Ablauf des Haltbarkeitsdatums, eine zu große Portion – es gibt viele Gründe, weshalb Lebensmittel statt auf dem Teller im Müll landen. Pro Kopf sind es 55 Kilogramm, die in Deutschland jährlich weggeworfen werden, teilweise noch im verpackten Zustand. Das ist eine Schande, und die Verschwendung wäre vermeidbar. Zum Beispiel durch einen planvollen Einkauf, bei dem nur die Menge und die Produkte eingekauft werden, die tatsächlich aufgebraucht werden. Durch einen Blick in den Kühlschrank, bevor dieser neu befüllt wird. Durchs Restekochen.

Initiativen wie „Too Good to Go“ oder „Foodsharing“ helfen, überschüssige Lebensmittel vor dem Müll zu bewahren, und können zusätzlich einen Beitrag leisten. Was aber noch wichtiger ist: Sie schärfen das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum. Denn die Lebensmittel, die jährlich im Müll landen, kosten jeden Haushalt viele hunderte Euro – und sie kosten wichtige Ressourcen wie Land, Energie, Wasser.

Vieles von dem, was hier, in den Industrieländern, verzehrt oder als Tierfutter genutzt wird, wird außerdem in Ländern angebaut, deren Bevölkerung oft selbst nicht genug zum Essen hat. Dort käme niemand auf die Idee, ein solch knappes Gut einfach wegzuwerfen.