Kommentar

Extrem verunsichernd

Es wirkt paradox. In den USA verurteilen Gerichte den Glyphosat-Hersteller Monsanto zu hohen Schadenersatzzahlungen an Krebspatienten. In der EU, in der der umstrittene Unkrautvernichter ebenfalls eingesetzt wird, kommen Richter zu dem Schluss, dass der Schutz von Mensch und Umwelt in Zulassungsverfahren hinreichend berücksichtigt ist.

Man mag davon im Einzelnen halten, was man will. Sicher ist: Für den Verbraucher sind die nicht abreißenden Debatten und widersprüchlichen Aussagen über die Gesundheitsrisiken des Mittels extrem verunsichernd. Zumal jede Seite wissenschaftliche Gutachten in der Tasche hat, die die jeweilige Position angeblich glasklar belegen.

Dass sich viele Menschen wegen möglicher gesundheitlicher Risiken Sorgen machen, hat schon vor Jahren eine Petition gezeigt, in der mehr als eine Million EU-Bürger einen Stopp des Mittels forderten. Dazu kommen Umwelt-Aspekte: Glyphosat vernichtet als Totalherbizid nicht nur Unkraut, sondern auch zahlreiche andere Pflanzen.

Umso wichtiger ist es, dass sich die Koalition in Berlin endlich dazu durchgerungen hat, Glyphosat in Deutschland ab dem Jahr 2024 zu verbieten. Auch auf EU-Ebene sind die Tage des Unkrautvernichters vermutlich gezählt. Dass die bis Ende 2023 geltende Zulassung noch ein weiteres Mal verlängert wird, gilt jedenfalls als unwahrscheinlich.

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