Kommentar

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Extreme Belastung

Archivartikel

Jan Kotulla zur Situation der Olympia-Sportler

Die Spitzenathleten stehen in diesem Corona-Jahr vor einem besonderen Dilemma. Sollen sie sich auf den – bereits verlegten – Höhepunkt vorbereiten, als ob um sie herum alles seinen gewohnten Gang geht? Das werden wohl nur die wenigsten können. Die Sportlerinnen und Sportler stehen ja mitten im Leben. Sie studieren oder wurden freigestellt, um sich ihren Traum von Olympia zu erfüllen. Und obwohl Tokio für einige die einzige Chance auf die ganz große Bühne ist, sind die Begleitumstände alles andere als optimal. Wie soll man die Motivation hoch halten, wenn man zwar abgeschottet trainieren darf, aber nahezu sämtliche Turniere ausfallen? Neben der psychologischen Komponente kommen finanzielle Sorgen und Zukunftsängste hinzu. Da sind Umfrageergebnisse wie jetzt von YouGov weitere Tiefschläge.

Dabei darf man nicht vergessen, dass Olympia-Athleten – anders als Fußballer – nur in den seltensten Fällen Großverdiener sind. Sie ziehen ihre Motivation aus dem Wettkampf. Die Sommerspiele auszutragen, bleibt aber ein Wagnis. Am ehesten zu vertreten wären wohl Wettbewerbe ohne oder nur mit wenigen Zuschauern. Der Weg nach Tokio wird eine Gratwanderung und somit eine extreme Belastung für die Sportler.

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