Kommentar

Fader Beigeschmack

Christian Rotter zum Erfolg von Bremerhaven in der DEL

Jahr für Jahr wird den Fischtown Pinguins eine harte Saison prognostiziert. Lange – so der Tenor – könne sich der krasse Außenseiter aus Bremerhaven mit seinen bescheidenen finanziellen Mitteln nicht vor etablierten DEL-Clubs halten. Immer wieder überzeugen die Nordlichter die Konkurrenz allerdings vom Gegenteil.

Den Entscheidern um Manager Alfred Prey gebührt Anerkennung für ihre Arbeit. Sie machen nichts Verbotenes, sondern das Beste aus den vorhandenen Möglichkeiten. Das bedeutet aber nicht, dass man die Personalpolitik des Clubs gutheißen muss. Die Spieler, die für die deutsche Nationalmannschaft spielberechtigt sind, lassen sich an einer Hand abzählen. Es bleibt ein fader Beigeschmack.

Nachwuchsarbeit ausbaufähig

Im Kader des deutschen Perspektivteams, das vor einer Woche zweimal gegen die Schweiz testete, stand nicht ein Bremerhavener. Eine – teure – Nachwuchsarbeit können und wollen sich die Pinguins nicht leisten. Stattdessen setzen sie auf fertige Profis aus Kanada, Tschechien und den USA, die auch einen deutschen Pass haben und somit nicht unter das Ausländerkontingent fallen.

Gerne verweisen die Pinguins auf ihren ach so schmalen Geldbeutel, um ihre Außenseiterrolle zu betonen. Klar: Mit den Branchenführern aus Mannheim oder München können sie nicht mithalten. Auf der anderen Seite steht aber auch fest, dass ein Club, der – wie in der Vorwoche geschehen – die von der Konkurrenz umworbenen Leistungsträger Jan Urbas und Miha Verlic halten kann, seine Profis nicht nur mit Nordseekrabben bezahlt. Dass Prey die familiäre Atmosphäre des Vereins als ausschlaggebenden Grund für die Vertragsverlängerungen anführt, nimmt ihm niemand ab.

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