Kommentar

Fairer gestalten

Archivartikel

Alexander Jungert zu Öffnungszeiten der Bäckereien

Bäckereicafés dürfen den ganzen Sonntag Brötchen und Brot verkaufen. Durch das Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs haben die Unternehmen endlich Rechtssicherheit erhalten. Denn hierzulande gibt es bei den Bestimmungen zu Arbeits- und Ladenöffnungszeiten gefühlt tausend Regeln und mindestens genauso viele Ausnahmen. Zumindest die Frage, was genau unter „zubereitete Speisen“ fällt, ist nun geklärt.

Aber es gibt noch einiges fairer zu gestalten. Denn die Wettbewerbsnachteile für Handwerksbäcker ohne angeschlossenes Café bleiben. Oft würden sie ihren Kunden an Sonn- und Feiertagen gerne entgegenkommen – dürfen es aber nicht. Zudem können Vorschriften von Bundesland zu Bundesland verschieden sein. Die Gewinner dabei? Betreiber der Tankstellenshops, die Gesetzeslücken ausnutzen und deren Angebotspalette locker mit Supermärkten mithalten kann.

Als Nächstes sollten zumindest bundesweit einheitliche Produktions- und Verkaufszeiten geschaffen werden. Damit ein Bäcker in Baden-Württemberg keinen Standortnachteil gegenüber einem Bäcker in Hessen hat, wo die Öffnungszeiten etwas liberaler geregelt sind. Natürlich muss jedes Geschäft selbst entscheiden, wie lange es sonn- und feiertags öffnen will. Der Standort entscheidet mit, das Verhältnis von Aufwand und Ertrag – und natürlich die Bereitschaft der Mitarbeiter.