Kommentar

Falscher Adressat

Wolfgang Mulke über Regeln für den Fischkonsum

 

Kaum jemand kann den Verbrauchern die Konsumlaune so verderben, wie die Grünen es in schöner Regelmäßigkeit tun. Diesmal steht eine Reihe gefährdeter Fischarten auf der Liste des Verzichts, den die Umweltpolitiker pünktlich zur beginnenden Fastenzeit predigen. Immerhin haben sie dazugelernt. Fisch essen darf man schon, wenn es die richtigen sind. Ob die Botschaft besser ankommt als frühere Verzichtsforderungen, darf getrost bezweifelt werden.

Dabei ist die Warnung vor einer rücksichtslosen Ausbeutung der Bestände in den Weltmeeren mehr als berechtigt. Regeln gelten in internationalen Gewässern wenig, wenn es sie überhaupt gibt. Ein Drittel der Fischbestände ist überfischt.

Wenn es so unreguliert wie bisher weitergeht, und der Konsum aufgrund des weltweiten Bevölkerungswachstums und zunehmenden Wohlstands noch ansteigt, regt sich in wenigen Jahrzehnten nichts mehr in den Ozeanen, jedenfalls nichts Essbares. So international die Meere sind, so international muss auch deren Rettung sein. Die Verbraucher können zwar vernünftig handeln und heimischen Fisch aus nachhaltiger Produktion kaufen und verzehren. Weiszumachen, dass sich die Speisekammer unter Wasser dadurch nicht weiter leert, ist Unfug. Das wird nur durch Regeln gehen, nicht für die Konsumenten, sondern für die Fischereiwirtschaft.

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