Kommentar

Fass ohne Boden

Archivartikel

Bildung gibt es nicht umsonst. Das weiß auch die Stadtverwaltung, die mehr Geld denn je in die Hand nimmt, damit es den Schulen gut geht. Trotz der Millionensummen gibt es mancherorts Probleme über Probleme. Schüler können es im Sommer vor Hitze kaum aushalten, oder sie müssen im Winter dicke Mäntel anziehen, um nicht zu frieren. Andere können ihre Pausenhöfe nicht benutzen, weil die Freiflächen wegen bröckelnder Fassaden gesperrt sind. Oder – wie am Herschelplatz – keinerlei Schatten bieten. Da helfen auch gut gemeinte, aber schlecht gestaltete Schulhöfe nichts.

Undichte Fenster und Dächer, veraltete Elektronik und Heizungssysteme – sie sind leider keine Ausnahme. Teils stammen die Gebäude noch aus der Gründerzeit oder dem frühen 20. Jahrhundert. Was passiert, wenn mit Instandhaltungen zu lange gewartet wird, zeigen die Probleme an den Schulen der Stadt überdeutlich.

Dabei ist Mannheim kein Einzelfall. Der baden-württembergische Städtetag bezeichnete den Sanierungsstau im Land vor wenigen Tagen als Milliarden-Aufgabe. Bund und Land fördern die Sanierung zwar durchaus. Aber ihre Summen sind angesichts der Aufgabe viel zu gering. Damit lässt sich so ein Fass ohne Boden sicher nicht füllen.