Kommentar

Fehlende Attraktivität

Archivartikel

Jürgen Berger zum bevorstehenden Aus der alpinen Kombination

Im alpinen Ski-Zirkus gibt es fast keine Alleskönner mehr. Dass selbst die einzig verbliebene echte Allrounderin – und damit klare Goldfavoritin – auf die WM-Kombination der Damen verzichtet, spricht Bände. Nicht nur US-Star Mikaela Shiffrin fehlt dem Doppelpack aus Slalom und Abfahrt im ohnehin engen Weltcup-Kalender schlichtweg die nötige Attraktivität. Fürsprecher wie die zweifache Kombi-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch sind die absolute Ausnahme.

Seit Jahren versuchen die Funktionäre, den Nischen-Wettbewerb zu beleben – etwa durch den Verzicht auf den zweiten Slalom-Durchgang, um die Chancengleichheit zu erhöhen. Vergeblich – die Abfahrtsspezialisten sind gegenüber den Slalom-Assen stets im Nachteil, so dass nur eine Hand voll Starter eine realistische Medaillenchance besitzt. Das sorgt für Langeweile.

Die Gedankenspiele, den Parallelslalom nun als WM-Ersatz zu platzieren, helfen allerdings auch nicht weiter. Diesen Rennen droht aufgrund der übermächtigen Konkurrenz aus Abfahrt und Slalom ein ähnliches Schicksal wie der Kombination. Um die Athleten zu entlasten und die Leistungsdichte zu vergrößern, wären weitere Streichungen die bessere Option. Diskussionen gibt es schon länger über den Super-G. Doch dazu fehlt noch der Mut.

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