Kommentar

Frage der Kosten

Archivartikel

Gerhard Kneier ist der Ansicht: Bund und Länder müssen sich schnell auf die Finanzierung der Ganztagsbetreuung von Grundschülern einigen

Wer die Musik bestellt, der muss sie auch zahlen. An das alte Sprichwort fühlt sich erinnert, wer den sich anbahnenden Streit um die Finanzierung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern verfolgt.

Dass dieser Rechtsanspruch gesellschaftspolitisch ebenso sinnvoll ist wie der auf die Kita-Betreuung, liegt auf der Hand. Eine berufstätige junge Mutter kann schlecht wieder aufhören zu arbeiten, wenn ihr Sprössling vom Kindergarten auf die Schule wechselt. Nur darf der Bund jetzt die Länder und Kommunen bei der Finanzierung der Ganztagsplätze nicht allein lassen. Tut er auch nicht, schließlich hat er einen einmaligen Zuschuss von zwei Milliarden Euro angeboten. Der aber wird bei Weitem zu gering sein, denn der größte Brocken sind natürlich die Personalkosten. Und die fallen nicht nur einmal an, sondern summieren sich über die Jahre. Also muss sich der Bund auch an den Folgekosten beteiligen.

Ob man den Berechnungen der Kultusminister blindlings folgen muss, ist eine andere Frage. Sie werden sicher noch einmal von unabhängiger Seite überprüft werden. Doch das Argument, bei Rechtsanspruch und steigendem Angebot werde auch die Nachfrage nach Ganztagsplätzen höher sein, erscheint einleuchtend. Jedenfalls sollten sich Bund und Länder bald einigen, damit der Ausbau des Betreuungsangebots auch rechtzeitig verwirklicht werden kann. Die jungen Eltern und ihre Kinder warten darauf.

 
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