Kommentar

Frische Luft freigeben

Peter W. Ragge zur Sperrung der Stadtparks wegen Corona

Für die Bauarbeiter, die derzeit den Luisenpark an einigen Stellen richtiggehend durchwühlen, ist es gut: Den November über bleibt Mannheims grüne Oase geschlossen. Sie haben daher freie Bahn. Und ob man im Dezember wieder in die Stadtparks darf, bleibt unklar – zu dramatisch ist die Situation der Corona-Pandemie, weshalb die Anlagen gesperrt wurden.

Viele Stammbesucher sind traurig und sauer, reagieren verständnislos. Doch weder die Stadtpark-Geschäftsführung noch die Stadt Mannheim haben da einen Ermessensspielraum. Die Vorgabe kommt vom Land, und sie ist umzusetzen.

Die strenge Regelung folgt der Logik der Corona-Vorschriften. Natürlich sind die Parks kein Ansteckungsherd, gibt es hier in der frischen Luft kein besonders hohes Infektionsrisiko. Aber es geht nicht darum, nur Orte zu schließen, wo man sich schnell infizieren kann. Das Signal lautet vielmehr eindeutig: Leute, bleibt zu Hause, trefft Euch nirgends.

Doch wenngleich das die verständliche Logik aller Vorschriften ist – logisch klingt es dennoch nicht. Ärzte empfehlen, dass man sich in frischer Luft bewegt, um das Immunsystem zu stärken.

Bleiben die Stadtparks zu, wird eben anderswo der Andrang größer – am Karlstern, am Rheinufer, am Vogelstangsee, selbst auf dem Rheindamm bei Kirschgartshausen ist das zu beobachten. Wenn man dort schwerer Abstand halten kann, schadet das aber auch der Corona-Vorbeugung. Sobald die Vorschriften auf den Prüfstand kommen, sollte man daher überlegen, zumindest reine Flächen für Spaziergänge auch im Winter freizugeben.

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