Kommentar

Frühzeitiger planen

Archivartikel

Dirk Jansch zur Schulsituation in Käfertal

Das hatten sich Schulleitung und Eltern der Käfertalschule anders vorgestellt. Statt Zusatzangeboten und stärkerer individueller Förderung herrscht Mangelverwaltung: Räume werden umfunktioniert, die Klassenteiler vergrößert und Betreuungsangebote ausgegliedert. Die Neuzugänge von Benjamin Franklin Village müssen schließlich irgendwo untergebracht werden. Die Stadtverwaltung hat die aus ihrer Sicht beste Lösung gefunden. Die neue Franklin-Grundschule entwickelt sich schrittweise aus den bestehenden Strukturen heraus. Das hat zumindest den Vorteil, dass die Neubürger von Franklin gleich nach Alt-Käfertal und ins Rott integriert werden.

Es drängt sich aber schon die Frage auf, warum der Neubau auf Franklin erst 2022/23 fertig gestellt sein soll. Hier hat die Verwaltung ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Aber auch die Kommunalpolitiker haben geschlafen. Die Mittel für Planung und Neubau einer vierstufigen Grundschule könnten schon längst in den Haushalt eingestellt sein. Offenbar hat man die Dynamik der Aufsiedlung von Franklin unterschätzt. Jetzt hechelt die Verwaltung der rasanten Entwicklung hinterher. Grundsätzlich dauert es viel zu lange, bis Bedarfsentwicklungen in Bauplanung umgesetzt werden. Die Politik muss frühzeitiger auf Signale reagieren, die Verwaltung verlässliche Zahlen liefern.

Nur schwer nachvollziehbar ist, dass die Jahrzehnte lang von den Amerikanern genutzte Elementary School nicht geeignet erscheint. Hier verhindern das strikte Festhalten an DIN-Normen und Sicherheitsvorschriften eine zügige und pragmatische Lösung. Es entsteht der Eindruck bürokratischer Schwerfälligkeit und Prinzipienreiterei. Das und extrem konservative Prognosen zur Schülerentwicklung, die dem gesunden Menschenverstand widersprechen, sorgen für Verdruss bei den Bürgern.