Kommentar

Für alle von Nachteil

Rolf Obertreis zum Ringen zwischen Lufthansa und Ufo

Für Flugreisende und Urlauber ist es eine gute Nachricht. Streiks der Flugbegleiter bei Lufthansa und ihrer Tochter Eurowings sind für die Zeit der Sommerferien bis in den September hinein wohl vom Tisch. Bei den von der Gewerkschaft Ufo erst vor zwei Wochen mit Nachdruck angekündigten Ausständen stockt die Organisation.

Diese Situation hat sich Ufo offensichtlich selbst zuzuschreiben. Monatelang tobte dort ein Führungsstreit mit heftigen internen Querelen, die möglicherweise vor Gericht ausgefochten werden. Der alte Vorstand hat fast geschlossen seinen Hut genommen, mehrere hundert Mitglieder sollen ausgetreten sein. Aktuell gibt es nach Ansicht von Lufthansa nur noch ein ordnungsgemäßes Vorstandsmitglied, deshalb betrachtet die Airline die Ufo-Kündigung der Tarifverträge als unwirksam. Zu Gesprächen ist die Lufthansa derzeit nicht bereit – ein skurriler Disput.

Von Sozialpartnerschaft kann aktuell jedenfalls keine Rede sein. Zum Nachteil von Ufo, zum Nachteil des Unternehmens und zum Nachteil von insgesamt 20 000 Flugbegleitern im Konzern. Auch wenn Passagiere und Urlauber vorerst aufatmen können, weil es keine Streiks gibt: Zum Vorteil gereicht auch ihnen das Chaos – und vor allem die Unsicherheit bei den Beschäftigten – auf Dauer nicht.

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