Kommentar

Für „Kleine“ immer schwerer

Roger Scholl zum Umbau der ÖVA-Passage

Die Nachricht vom endgültigen Baubeginn in der ÖVA-Passage ließ einige Zeit auf sich warten. Ein Zeitverzug, der dem Umstand geschuldet sein dürfte, dass der Investor zunächst ausloten wollte, was denn denkmalschutzrechtlich überhaupt möglich wäre in dem Ensemble. Die Antwort gaben die Behörden – und sie lässt kaum mehr zu als die umfassende Modernisierung der betagten Haustechnik. Für alle, die gute Architektur zu schätzen wissen und die die allzu oft gesichtslosen modernistischen Neubauten satt haben, ist das eine gute Nachricht.

Dass sich ein Investor, der ja mit dem Geld seiner Anleger gut umgehen muss, die Investitionen in die Lage bezahlen lässt und daher Mieten erhöht, ist legitim. Mondpreise wie noch vor einigen Jahren lassen sich dagegen am Markt längst nicht mehr durchsetzen, Fingerspitzengefühl ist gefragt. Doch ganz gleich, wie diese Gespräche sich gestalten, eines dürfte feststehen: Es werden auch neue Mieter einziehen in die Passage. Für die einen sind 18 Monate Bauzeit schlicht zu lange, um sie ohne Schaden an einem Ersatzstandort zu überstehen. Andere wiederum können sich Mietpreissteigerungen nicht leisten. Es trifft, wie so oft, kleinere inhabergeführte Geschäfte und die Gastronomie. Für sie wird es in Innenstädten zusehends schwerer, sich in guten Lagen zu halten.