Kommentar

Fürs Leben lernen

Andrang, Aufnahmestopp und Wartelisten: Es ist schade, wenn Kinder und Jugendliche bis zu zwei Jahre auf einen Platz bei der Jugendfeuerwehr warten müssen. Denn das bedeutet, dass die, die sich einbringen möchten, es zunächst nicht können. Auf den zweiten Blick ist das Verhalten vieler Freiwilliger Feuerwehren jedoch absolut verständlich. Eine gute Ausbildung braucht schließlich ausreichend Betreuer. Einfach immer mehr Kinder aufzunehmen, würde mehr Probleme schaffen als lösen.

Für die Feuerwehr gilt das in besonderer Form. Komplexes technisches Gerät und strenge Sicherheitsvorschriften stellen sowohl Lernende als auch Lehrende vor besondere Herausforderungen. Wenn dann auch noch immer mehr weniger Gruppenleiter für immer weniger Kinder verantwortlich wären, würde das die Qualität der Ausbildung deutlich verschlechtern.

Wer verstehen will, wie wichtig eine gute Ausbildung ist, muss sich vergegenwärtigen, dass die ehrenamtlichen Feuerwehrleute eine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabe übernehmen. Darüber hinaus lohnt sich ein Blick auf die Zahlen. Nach Angaben der Freiwilligen Feuerwehren kommen rund 90 Prozent ihrer Mitglieder ursprünglich aus den Jugendorganisationen. Hier wird also der Grundstein für eine sehr verantwortungsvolle ehrenamtliche Tätigkeit gelegt. Schließlich lernen die Mitglieder in zweifacher Hinsicht „fürs Leben“. Zum einen bekommen sie beigebracht, selbst – also im eigenen Leben – Verantwortung zu übernehmen. Zum anderen lernen sie, wie sie andere Leben retten können.