Kommentar

Ganz wichtiger Schritt

Archivartikel

Jürgen Berger zum Bayern-Coup der TSG Hoffenheim

Dieser Sieg war für Alfred Schreuder auch ein persönlicher Befreiungsschlag. Mit dem Auswärtscoup in München hat der Hoffenheimer Trainer in einer schwierigen Situation etwas geschafft, was seinem Vorgänger Julian Nagelsmann nie gelungen ist. Dafür verdient der Niederländer größten Respekt.

Trotz des holprigen Saisonstarts ist er seiner Linie treu geblieben – und dafür nun am siebten Bundesliga-Spieltag endlich belohnt worden. Der Erfolg bei den nachlässigen Bayern ist ein klares Signal und verschafft ihm mehr Zeit, seine Mannschaft in Ruhe weiterzuentwickeln.

Schreuder ist noch lange nicht am Ziel. Doch die Leistung in München kann ein Knotenlöser sein und macht Mut, dass die TSG trotz des schwierigen Neustarts und vielen verletzten Leistungsträgern in der Tabelle Schritt für Schritt nach oben klettern kann.

Sargis Adamyan ist das beste Beispiel dafür. Der ehemalige Zweitligaspieler hat sich unter Schreuder kontinuierlich gesteigert und nun den Turbo gezündet. Seine Abschlussstärke hat das bisher größte TSG-Defizit in der FCB-Arena behoben.

Das Ausrufezeichen bei den Bayern bedeutet allerdings nicht, dass plötzlich alles wieder gut ist. Schreuder weiß, dass nach wie vor viel Arbeit vor ihm liegt und trotz des Aufwärtstrends in allen Mannschaftsteilen, weitere Rückschläge einzukalkulieren sind.

Einen ganz wichtigen Schritt in die richtige Richtung hat er mit dem mutigen Auftritt beim Rekordmeister aber auf jeden Fall gemacht. Das angeschlagene Selbstvertrauen der Mannschaft ist wieder gestärkt, und damit auch seine eigene Position als Impulsgeber, dem die Spieler voll vertrauen.