Kommentar

Gefährliche Bespaßung

Archivartikel

Der Tod eines Pferdes nach einem Unfall auf der Mannheimer Rennstrecke ist schrecklich. Wer Schuld daran hat, muss jetzt aufgeklärt werden. Doch das ändert nichts daran, dass das Tier tot ist. Und, dass jene Pferde, die das Glück hatten, nicht in den Unfall verwickelt worden zu sein, weiterhin zum Vergnügen der Menschen gehetzt werden. Und dabei werden sie vielen Gefahren ausgesetzt.

Warum musste das Pferd in diese Lage gebracht werden? Warum sind Pferderennen noch erlaubt? Die Antwort: einerseits zum Spaß, und andererseits wegen eines veralteten Gesetzes, dem Tierzuchtgesetz. Das verlangt sogenannte Zuchtleistungsprüfungen. Und diese werden mit Rennen abgehalten. Damals, 1922, gab es aber noch Kriegspferde. Die damit verbundene Suche nach starken und fitten Tieren hatte also noch einen Sinn. Heute ist das nicht mehr der Fall. Bleibt also nur noch der Spaß der Zuschauer.

Beim Verbot von Hunderennen konnten sich Tierschützer durchsetzen. Dass Pferde zu solchen Leistungen gedrillt werden, nur, um Menschen zu unterhalten, muss hinterfragt werden. Auch die Sicherheitsstandards an Pferderennstrecken müssen überdacht werden. Es stellt sich nämlich die Frage, ob die Planke auch hätte brechen müssen, wenn sie statt aus Holz aus Metall gewesen wäre.

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