Kommentar

Gefährliche Zeiten

Marc Stevermüer zur Situation bei den Lauterern

Das legendäre Fritz-Walter-Stadion, die ruhmreiche Geschichte, die große Tradition: Der 1. FC Kaiserslautern gehört zweifelsohne zu den bekanntesten deutschen Fußball-Clubs, doch die Last des vergangenen Ruhms lastet tonnenschwer auf dem Verein, der sich nach der sensationellen Meisterschaft 1998 selbst zerlegte. Realitätsverlust und Großmannssucht setzten ein, der FCK wollte um jeden Preis zum Fußball-Hochadel gehören. Die Spätfolgen dieses kolossalen Missmanagements bekommen sie nun in der Pfalz 20 Jahre später mit geballter Wucht zu spüren. Der Club steht im Niemandsland der 3. Liga, die Abstiegsränge sind näher als die Aufstiegsplätze. Was für ein Absturz!

Die Ursachen für die aktuelle Krise aber nur in der Vergangenheit zu suchen, wäre deutlich zu kurz gedacht. Mit einem 5,5-Millionen-Euro-Etat ging der FCK im Sommer in die Saison – und mit diesem Budget ist das damals erklärte Ziel direkter Wiederaufstieg auch Pflicht. Es sei denn, das Geld wurde falsch investiert – womit Sport-Geschäftsführer Martin Bader in den Fokus gerät. Die offenbar fehlende Qualität im Kader basiert auch auf seinen Fehleinschätzungen und könnte die Situation der Lauterer bei einer verpassten Rückkehr in die 2. Bundesliga noch dramatisch verschlimmern.

Die große Frage in diesen zweifellos gefährlichen Zeiten lautet: Wie will der chronisch klamme Club ein weiteres Jahr in der 3. Liga überhaupt finanzieren? 2019 wird eine Fan-Anleihe über 6,7 Millionen Euro fällig. Gesucht wird deshalb ein großer Investor, der nach der Ausgliederung der Profiabteilung Geld in den FCK steckt. Doch wer investiert schon in einen Verein, der im Drittliga-Mittelfeld herumdümpelt? Eher niemand.

 
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