Kommentar

Gefühlter Bundesligist

Archivartikel

Alexander Müller zur Kocak-Vorstellung bei Hannover 96

Eine falsche Job-Entscheidung und man ist weg vom Fenster. Das Trainergeschäft im deutschen Profifußball kann hart und unerbittlich sein. Dafür gibt es unzählige Beispiele. Kenan Kocak war sich der Tatsache bewusst, dass nach seiner Beurlaubung in Sandhausen schon die nächste Unterschrift unter einen Vertrag darüber entscheiden könnte, ob er als Trainer wie erhofft in der Bundesliga Karriere macht oder ob er bei den richtig interessanten Vereinen aus dem Blickfeld gerät. Kocak hat über ein Jahr auf das passende Angebot gewartet – und dann eine sehr gute Wahl getroffen.

Hannover 96 ist abseits aller aktuellen Probleme ein gefühlter Bundesligist, der dem Mannheimer Fußballlehrer glänzende Perspektiven bietet. Kocak ist es mit seinen Fähigkeiten und dem vorhandenen Kader locker zuzutrauen, die nach dem Abstieg auch in der 2. Liga strauchelnden Niedersachsen wieder zu konsolidieren. Mehr erwartet der Club zunächst gar nicht von ihm. Eine vergleichsweise angenehme Ausgangssituation.

Wenn der 38-Jährige die notwendigen Ergebnisse holt und wieder ansprechenden Fußball spielen lässt, wird sich auch die Frage nach seinem nur bis zum Saisonende befristeten Vertrag schnell von alleine beantworten. Im Idealfall bekommt Kocak in Hannover die Chance, eine Mannschaft zu formen, die spätestens in der nächsten Saison die Aufstiegsplätze angreifen kann. Oder aber er hat sich mit seiner Arbeit im schwierigen Umfeld bei 96 einen so guten Namen gemacht, dass die nächsten attraktiven Angebote nur eine Frage der Zeit sind.

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