Kommentar

Gelungenes Experiment

Archivartikel

Peter W. Ragge zur Kino-Premeire in Wallstadt

An lauen Sommerabenden, und davon gab es in den vergangenen Wochen ja wirklich viele, auf einer Decke oder einem Plastikstuhl alte Filme zu sehen, gehört irgendwie zur Großstadt dazu. Doch ein großes Open-Air-Kino, wie früher im Schneckenhof oder dann auf dem Gelände am Technoseum, gibt es schon seit zwölf Jahren in Mannheim nicht mehr. Kleine Ausnahmen, wie das zum Radjubiläum ins Leben gerufene „Velo-Kino Mobile Cinema“ oder einzelne Vorführungen an der Multihalle, können das nicht ausgleichen.

Aber in Wallstadt haben es ein paar engagierte Geschäftsleute jetzt gewagt – und gewonnen! Es war ein mutiges Experiment, doch es ist geglückt. Die gute Resonanz zeigt, dass es sich lohnt, auch auf Stadtteilebene mal neue Veranstaltungsformen auszuprobieren, statt über ausbleibende Besucher bei alten Konzepten zu jammern. . Die Nachfrage ist ganz offensichtlich da und der Platz hervorragend geeignet.

Schade nur, dass im Vorfeld wieder viele bürokratische Hemmnisse zu überwinden waren. Statt Bedenken zu äußern und Miete für den – ja eigentlich öffentlichen – Rathausplatz zu verlangen, sollte die Stadt eher die örtlichen Akteure zu mehr solchen Veranstaltungen ermuntern. Schließlich ist es im Interesse der Allgemeinheit, dass der Ortskern der Vororte belebt wird. Wallstadt hat, zum Glück, noch das Potenzial dazu. Die Zentren anderer, benachbarter Stadtteile sind längst tot und können leider nur noch als Mahnung dienen.