Kommentar

Gemeinsame Basis finden

Thorsten Langscheid warnt vor einem „Krieg der Gutachter“

Gutachten, Gegengutachten, und weitere Gutachten – und jeder Auftraggeber versichert, „seine“ Experten sind unabhängig, während die anderen zumindest andeutungsweise in Frage gestellt werden. Führt uns das im Streit um den alten Baumbestand am Rheindamm wirklich weiter?

Unbestritten ist, dass eine Kontrolle der Planungen nicht schaden kann. Sie fördert Schwachstellen zutage und zeigt mögliche alternative Vorgehensweisen auf. Die Grundfrage im Streit auf dem Lindenhof ist aber nicht, ob man Pläne an der einen oder anderen Stelle optimiert oder nicht. Die Grundfrage ist: Stabilisieren die Bäume den Damm oder sind sie ein Sicherheitsrisiko? Und: Soll man sich an DIN-Normen und technische Regelwerke halten oder nicht?

Ob diese Fragen in einem drohenden „Krieg der Gutachter“ beantwortet werden? Man kann nur an alle Beteiligten appellieren, sich rasch auf eine gemeinsame Faktenbasis zu verständigen. Das könnte manche Überraschung bringen. Zum Beispiel, dass Bäume an der Silberpappel, für die sich gerade kaum jemand stark macht, aus Umwelt- und Naturschutzgründen viel wertvoller sind als viele kleine Bäume am Waldparkdamm. Oder, dass ein Sommersturm wie am Dienstag ausreicht, um Bäume zu entwurzeln, die man für absolut standsicher gehalten hatte.

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