Kommentar

Gemütlicher Ort fehlt

Archivartikel

Sie wird gewaltig fehlen: Die Schließung der Weinstube bedeutet einen tiefen Einschnitt gerade für die Stammbesucher des Luisenparks. Nicht ohne Grund gab es einen kleinen Aufstand, viele Proteste, zahlreiche Leserbriefe und emotionale Wortmeldungen, als die Stadtpark-Gesellschaft 2017 das nahe Ende der beliebten Einrichtung bekanntgab.

Der Parkleitung wurde damals vorgeworfen, sie würde den Pächter mutwillig vertreiben. Dem ist nicht so. Sein Vertrag läuft regulär aus, er geht in Ruhestand und das Gebäude ist – so sehr es die Parkbesucher liebgewonnnen haben – nun einmal leider sehr marode.

Am Pflanzenschauhaus soll jetzt offenbar ein kleiner Ersatz geschaffen werden. Ob und wie der angenommen wird, muss man abwarten. Da das dortige Café aber schon bisher oft stark frequentiert ist, bleibt die Frage, ob zusätzliches Publikum dort überhaupt Platz hat. Das Seerestaurant bleibt an Wochentagen oft geschlossen, die Kioske der Stadtpark-Gesellschaft sind auch öfter zu. Gerade an späten Nachmittag haben oft nur noch die beiden Kioske am Freizeithaus und am Gartenschach geöffnet.

Insgesamt gehört das Gastronomie-Konzept für den Luisenpark daher auf den Prüfstand. Und dabei muss man bedenken, dass bei allen verständlichen Wünschen nach modernen, neuen Akzenten die Stammbesucher sich einfach einen gemütlichen Ort suchen, mit volkstümlichem Angebot und ebensolchen Preisen – ohne Schickimicki, ohne Selbstbedienung. Eben einen Ort wie die Weinstube.

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