Kommentar

Genau hinschauen!

Zwei Menschen, zwei Positionen, zwei Bereiche – dennoch sollen beide an einem Strang ziehen. So sieht die Idealvorstellung einer Doppelspitze aus. Jeder lässt seine Kompetenzen für eine Richtung einfließen, um zum besten Ergebnis zu kommen. So hatten sich das die Verantwortlichen des Diakonischen Werks (DW) gedacht und Helmut Bühler als Finanzchef sowie Matthias Weber für die kirchliche Arbeit an die Spitze gestellt. Doch jetzt hat’s ordentlich gekracht – mit erheblichen Folgen. Eine solche Doppelkonstruktion ist ein Balanceakt, der auch immer vom Verständnis für sein Gegenüber lebt. Das scheint zwischen Bühler und Weber nicht funktioniert zu haben. Das Resultat: Das Diakonische Werk verliert seine beiden Direktoren. Das ist bitter.

Doch dass nun beide gehen, ist die Chance für einen tatsächlichen Neuanfang und bringt auch wieder Ruhe ins DW. Wie der neue Weg auszusehen hat, müssen die Verantwortlichen intensiv diskutieren. Sollte es wieder eine Doppelspitze geben, die in diesen turbulenten Zeiten mit komplexen Entscheidungen ihre Vorteile hat, dürfen die Verantwortlichen nicht nur auf Kompetenzen und Reputationen schauen. Das Miteinander ist bei einer engen Zusammenarbeit mindestens genauso wichtig.

 
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