Kommentar

Genau hinsehen!

Archivartikel

Matthias Kros über den Heideldruck-Aktionär

Mögliche Investoren dürften bei Heideldruck nicht gerade Schlange gestanden haben. Die Branche hat seit Jahren mit dem weltweiten Druckereiensterben und der Konkurrenz durch das Internet zu kämpfen. In so einer Phase einen Geldgeber zu finden, ist anerkennenswert. Zumal Masterwork strategische Interessen verfolgen und nicht wie mancher Finanzinvestor erst einmal laut nach Veränderungen rufen dürfte. Das beispielsweise mussten zuletzt Konzerne wie Bilfinger oder ABB erleben, die von Investoren wie Cevian zu eher fragwürdigen Umbauten getrieben wurden.

Ein gewisses Unbehagen stellt sich angesichts der Herkunft von Masterwork aber doch ein. Chinas Staatsführung drängt momentan massiv darauf, aus ihren heimischen Unternehmen globale Champions zu formen. Am einfachsten ist das natürlich, indem man sich durch Aufkäufe und Beteiligungen Zugang zu Schlüsseltechnologien verschafft.

Die Übernahme des Augsburger Roboterherstellers Kuka, der seit 2016 mehrheitlich dem chinesischen Midea-Konzern gehört, hat die Politik deshalb zu Recht wachgerüttelt und zu genauerem Hinsehen veranlasst. Der Aufsichtsrat von Heideldruck ist gut beraten, in den kommenden Jahren dasselbe bei den Ambitionen von Masterwork zu tun.

 
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