Kommentar

Geschenk unbezahlbar

Wie traurig: Da gibt es wunderschön, hochwertig ausgestattete Freizeitanlagen, die jeder kostenlos und fast den ganzen Tag nutzen darf – und dann kommen ein paar Chaoten und sorgen dafür, dass regelmäßig Geräte gesperrt oder ausgetauscht werden müssen.

Auf die Dauer kommt Vandalismus die Kommunen teuer: Stellt man das Geschenk – pro Anlage zahlte die Hopp Stiftung rund 2,4 Millionen Euro – den Reparaturkosten von 80 000 Euro, die Heidelberg jährlich aufbringt, für 15 Jahre gegenüber, so ist das Präsent rein rechnerisch nur noch die Hälfte wert. Die Anfangsinvestitionen in die Infrastruktur sind dabei noch gar nicht einbezogen, ebenso wenig der Aufwand für Pflege, Pflanzungen und Verschleiß, der auch in anderen Parks und auf herkömmlichen Spielplätzen fällig wird.

Dass es Folgekosten geben würde, war alles Beschenkten klar. Dass sie so tief in den Geldbeutel greifen müssen, eher nicht. Aus der Verantwortung kommen sie nun nicht mehr heraus. Und vielleicht ist nun manche der Kommunen, die im Mannheimer Luisenpark vor vier Jahren nicht zum Zuge kam, sogar erleichtert.

Zurückgeben mag das Geschenk trotzdem niemand. Jeden Tag kann man Sportgruppen und Schulklassen hier treffen und beobachten. Und wer einmal ein paar Stunden auf einer Anlage verbracht, Großeltern mit Enkeln, Jugendliche oder ganze Familien hat rumturnen sehen, findet, dass jeder Euro sehr gut angelegt ist.

Mäzen Dietmar Hopp hat nicht den Kommunen, sondern den Bürgern ein großzügiges Geschenk gemacht. Dass manche Zeitgenossen blinde Zerstörungswut dagegensetzen, macht sie bedauernswert. Und am Ende zahlen – wie immer – wir alle die Rechnung.

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